SCHLOSS RICHSTEIN


Die Burg und das ehemalige Dorf Richstein befanden sich einst auf dem Bergkegel, dem sogenannten Burgberg, der sich oberhalb des heutigen Dorfs Richstein befindet. Ersteigt man den Berg, findet man auf dem Gipfel eine Bruchsteinmauer, an der ein Stein mit einer Bronzetafel folgenden Inhalts steht:

1384 Juni 11 Landgraf Herrmann zu Hessen belehnt Johann 1. von Sayn, Grafen zu Wittgenstein, und seine Erben mit dem Schloß Richstein, das hessisches 'Offenhaus' bleibt. Lehns- erneuerungen erfolgen 1416, 1427 und 1490; danach bleibt das Schloss in dauerndem wittgensteinischen Besitz. Seit 1415 ist es Sitz eines wittgensteinischen Amtmanns, seit 1503 auch Sitz eines Landgerichts, 1522 wird es gräflicher Witwensitz. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verliert das Schloss seine Bedeutung. Noch vor dem großen Brand von 1590 wird das Herrenhaus nach Schwar- zenau versetzt. -Errichtet anlässlich der 600-jährigen Wiederkehr der Erstbelehnung Wittgensteins mit Schloß Richstein durch Hessen am 11. Juni 1984.

Bis zum Brand im Jahre 1590 befand sich der ehemalige Ort Richstein auf der südlichen Seite des Burgberges, was durch zahlreiche Bodenfunde belegt ist. Noch heute sind in der verwachsenen Schlehen- und Weissdornhecke Plateaus von alten Hausstellen zu erkennen. Ein hölzernes Schild, das an einem markierten Plateau seht, weist auf die kleine Kirche hin, die hier bis 1884 bestand. Im Bereich der ehemaligen Burganlage finden jedes Jahr Musikveranstaltungen statt.