Wallburg Wemlighausen / Diedenshausen


In Wittgenstein gibt es insgesamt fünf Wallanlagen, die vermutlich in der Zeit 600?300 vor Christi Geburt errichtet wurden. Lange Zeit wurde vermutet, daß es sich bei den sog. Wall- oder Fliehburgen um strategische Verteidigungsanlagen handelte, die z.B. der Sicherung von Höhenwegen, aber auch als Zufluchtsort für die in der Nähe siedelnde Bevölkerung dienten. Neuere Erkenntnisse weisen jedoch darauf hin, daß diese Wallanlagen möglicherweise ständig bewohnt waren und auch eine zentrale kulturelle Bedeutung besaßen. Es wird auch vermutet, daß die Wallburgen in der vorrömischen Eisenzeit zur Verteidigung der Erzlagerstätten des Siegerlandes dienten. Über die Erbauer der Wallburgen ist nur wenig bekannt, aber vermutlich waren es weder Kelten noch Germanen, sondern ein eigenständiges "Volk". Nur Sagen und Legenden geben Hinweise über das Erscheinungsbild dieser Menschen. Die Bewohner der Wallburgen werden oft als Riesen von edler Gestalt, mit blonden Haaren und blauer Augenfarbe bezeichnet. Ferner wird berichtet, daß sie das Schmiedehandwerk beherrschten und innige Freundschaft mit den Bewohnern anderer Wallburgen hegten. Beispielsweise nutzten Sie auch ihre Werkzeuge gemeinsam und warfen sich Hammer und Amboß über große Entfernungen zu. Was diese Überlieferungen bedeuten mögen, läßt sich nur vermuten. Vielleicht müssen sie symbolisch gedeutet werden und sind ein Hinweis auf den möglicherweise hohen intellektuellen und technischen Stand der Menschen dieser Zeit. Die im Bild dargestellte Wallburg Wemlighausen / Diedenshausen ist vermutlich die jüngste der Wittgensteiner Wallburgen und ist interessanterweise auch anders konzipiert. Angelehnt an einen langen Höhenrücken, der sich in nordöstlicher Richtung erstreckt, liegt auf einer felsigen Bergkuppe eine heute kaum mehr sichtbare Wallanlage, die sich dem Wanderer erst nach aufmerksamer Betrachtung in ihrer vollen Gestalt erschließt. Die Wallanlage besteht aus zwei ovalen Ringwällen, die im Abstand von ca. 11 m angeordnet sind und nur jeweils ein Tor in östlicher Richtung aufweisen. Eine kleine Tafel weist auf die Wallanlage und deren Erbauer hin. Auf dem Gelände ist auch ein Steinwall, der an die Reste eines Gebäudes erinnert, gut sichtbar aufgeschichtet. Die wahre Bedeutung dieses Steinwalls, der möglicherweise auch aus der jüngeren Vergangenheit stammt, ist nicht bekannt.

Zu erreichen: Über den Wanderweg *1. Man kann das Auto auf dem Wanderparkplatz Struthbach stehenlassen und folgt einem asphaltierten Weg in nordöstlicher Richtung. Nach ca. 500 m erreicht man den Hof "An der Burg". Hier weist ein Schild nach links in den Wald, man folgt einem Fußweg und erreicht nach einiger Zeit den Bereich der Wallanlage.